Diagnosewege
"Die Realität der Krankheiten hält sich oft nicht an die klassischen Definitionen der Krankheitsbilder.
Diagnostische Entscheidungen müssen im Hinblick auf Therapie gemäß Wahrscheinlichkeiten sowie
pragmatisch gefällt werden."
Quelle:
Marco Mumenthaler: Fallgruben in der Neurologie.
Georg Thieme Verlag 1. Auflage 2001. Seite 72.
"'Kein Patient erwartet, dass ein Arzt über alle Krankheiten Bescheid weiß, aber er erwartet zu Recht, dass er an Expeerten weitergeleitet wird', sagte Prof. Alfred Georg Hildebrandt Bonn."
Zitiert nach "Seltene Erkrankungen: Folgeschäden vermeiden". Dtsch. Ärzteblatt 2008, 105(45): A-2412.
"Mehrere Faktoren verhindern die genaue Ermittlung der tatsächlichen Häufigkeit von LEMS: Bei Patienten mit einem Karzinom werden die LEMS-Symptome möglicherweise irrtümlich einer Kachexie [Abmagerung], einer peripheren Neuropathie oder den Folgen der (Krebs-) Behandlung zugeschrieben. Bei Patienten, deren Karzinom noch nicht offensichtlich ist, werden die Symptome des LEMS eventuell ohne Erklärung abgetan, wenn während der Untersuchung nur geringfügige Schwäche festgestellt wird, oder sie wird womöglich einer Myopathie, einer Neuropathie oder der Myasthenia gravis zugeschrieben. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren ist es wahrscheinlich, dass die meisten Patienten mit LEMS undiagnostiziert sind...Die Atemfunktion ist für gewöhnlich eingeschränkt und gelegentlich werden sie mit Atemversagen eingeliefert."
Quelle:
Donald B. Sanders, Current Diagnosis and Treatment: Pre- and Postsynaptic Immune Syndromes - Lambert-Eaton Myasthenic Syndrome: Diagnosis and Treatment. In: Annals of the New York Academy of Sciences, Bd. 998 (2003), S. 500-508.
