Statistik

 

 

Die Daten auf dieser Seite werde ich noch kommentieren - insbesondere die Krankenhaus-Daten.



 

"50 Prozent aller CME-zertifzierten Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte werden von der pharmazeutischen Industrie organisiert - 80 Prozent dieser Kongresse finden wiederum in Hotels statt.

Quelle: Ärzte Zeitung 18. März 2010

 

 

 


 

 

Mehr als 30.000 Krankheiten werden derzeit in der Medizin unterschieden;

etwa 6.000 von ihnen gelten als selten, weil jeweils weniger als fünf von zehntausend Menschen betroffen sind.

Schätzungen zufolge leben in Deutschland rund vier Millionen Menschen mit einer seltenen Erkrankung.

Bei aller Verschiedenartigkeit dieser Krankheitsbilder sehen sich die Betroffenen und ihre Angehörigen mit sehr ähnlichen Hindernissen und Problemen konfrontiert, die aus der Seltenheit der Erkrankungen resultieren.

Quelle:ACHSE e.V. / Allianz chronischer seltener Erkrankungenwww.achse-online.de

 

 


 

Definition Häufigkeit

Inzidenz: Anzahl von Neuerkrankungen ("Neuerkrankungsfälle") einer bestimmten Krankheit in einem bestimmten Zeitraum. Menschen, die an der bestimmten Krankheit leiden, aber in einem vorangegangenen Zeitraum erkrankten, werden nicht unter "Inzidenz" erfasst.

Prävalenz: Anzahl der Erkrankungsfälle einer bestimmten Krankheit in einem bestimmten Zeitraum, d. h. alle Neuerkrankungen in dem definierten Zeitraum plus die noch Lebenden aus vorangegangenen statistisch festgelegten Zeiteinheiten. Die "Prävalenz" umfasst also alle, die im statistisch festgelegten Zeitraum an einer bestimmten Krankheit leiden.





Lambert-Eaton-Syndrom (LEMS)

Zur Häufigkeit gibt es nur unsichere Schätzungen, nicht zuletzt deshalb, weil LEMS - vielleicht sogar in der Mehrzahl der Fälle - nicht, zu spät (bei LEMS plus Lungenkrebs) oder erst nach Jahren diagnostiziert wird.

 

 

(1) Nach Schätzungen von J. P. Sieb und C. Vauthier liegt die Inzidenz vermutlich bei 1 Neuerkrankung auf 100.000 Einwohner.


Die Prävalenz ist aufgrund des gleichzeitigen Auftretens von LEMS mit verschiedenen Krebserkranbkungen  (SCLC bei 50-60%) im Verhältnis erheblich geringer.

 

Das Lambert-Eaton-Syndrom ist vermutlich mindestens10-mal seltener als die Myasthenie [Myasthenia gravis].

 

Verhältnis Männer:Frauen 1,4:1


Durchschnittlicher Erkrankungsbeginn: 50 Jahre (Spannbreite 11–76 Jahre).
[Inzwischen gibt es jüngere Fälle. F.M:]

 


Für Holland ergeben sich aufgrund von Hochrechnungen wesentlich niedrigere Zahlen für Inzidenz und Prävelenz. Möglicherweise wird LEMS dort (noch) seltener erkannt als in Deutschland.

Quelle:
J. P. Sieb, C. Vauthier: Lambert-Eaton-Syndrom - Aktuelles zu Diagnose und Therapie. Klinische Neurophysiologie 2008, Seite 208-218. Es handelt sich um eine zertifizierte Fortbildung für Ärzte.

 

 


(2) EMEA Geschätzte Zahl der vom Lambert-Eaton-Syndrom betroffenen Menschen in Europa:


At the time of designation, Lambert-Eaton myasthenic syndrome affected approximately 0.1 in 10,000 people in the European Union (EU)*. This is equivalent to a total of around 4,000 people, and is below the threshold for orphan designation, which is 5 people in 10,000. This is based on the information provided by the sponsor and the knowledge of the Committee for Orphan Medicinal Products (COMP).

 

Quelle:
Public summary of opinion on orphan designation 3,4 diaminopyridine phosphate for the for the treatment of Lambert-Eaton myasthenic syndrome.  February 2010 EMEA/COMP/2732/2002 Rev.3 Committee for Orphan Medicinal Products.




Myasthenia Gravis

Die Myasthenia gravis ist mit 8000 bis 12.000 Erkrankten in Deutschland keine allzu seltene Erkrankung der neuromuskulären Signalübertragung.

 

Quelle:W. Marouf · J.P. Sieb: Myasthenia gravis und myasthene Syndrome.Z Rheumatol 2009 · 68:465–470.





Vergleiche auch Inzidenz / Prävalenz in Holland:

Paul W.Wirtz Marianne G.Nijnuis Mohammad Sotodeh Joey J. Brahim Hein Putter
Axel R.Wintzen Jan J.Verschuuren for the Dutch Myasthenia Study Group:The epidemiology of myasthenia gravis, Lambert-Eaton myasthenic syndrome and their associated tumours in the northern part of the province of South Holland. J Neurol (2003) 250 : 698-701:

This study presents the epidemiological features of MG, LEMS, thymoma and SCLC in one defined region. LEMS was 46 times less prevalent than MG, thereby underscoring the rarity of LEMS. However, the annual incidence of LEMS was only 14 times lower than the incidenceof MG. This difference in ratios presumably reflects the poor survival of LEMS cases associated with SCLC.

Prevalence corrected for age was higher in females than in males up to the age of 60 years, was equal for both sexes aged 60-80 years, but higher in male inhabitants over 80 years.... .

 

 


 

 

 

 

Diagnosedaten der Krankenhäuser ab 2000 (Fälle, Pflegetage, durchschnittliche Verweildauer). Gliederungsmerkmale: Jahre, Behandlungsort, Alter, Geschlecht, Verweildauer, ICD10-4-Steller

Die Tabelle bezieht sich auf:
Alter: Alle Altersgruppen, Geschlecht: Beide Geschlechter, Behandlungsort: Deutschland, Verweildauer: alle Fälle, Sachverhalt: Fälle

ICD10 Jahr (Jahre aufsteigend)
2007 2006 2005 2004 2003 2002 2001 2000
G73.1 Eaton-Lambert-Syndrom - - - - 9 7 11 17

Die Tabelle wurde am 10.10.2009 21:38 Uhr unter www.gbe-bund.de erstellt.

 

ICD10 Indikatoren der Arbeitsunfähigkeit
Arbeits-
unfähigkeits-
fälle
zuklappenArbeits-
unfähigkeits-
tage
Arbeits-
unfähigkeits-
tage
je
Fall
zuklappenA00-T98 Alle Krankheiten und Folgen äußerer Ursachen 10.721.781 125.374.662 11,69
  zuklappenG00-G99 Krankheiten des Nervensystems 248.813 3.379.642 13,58
          G12 Spinale Muskelatrophie und verwandte Syndrome 258 9.199 35,66
          G70 Myasthenia gravis und sonstige neuromuskuläre Krankheiten 413 13.264 32,12
          G71 Primäre Myopathien 492 11.226 22,82
          G72 Sonstige Myopathien 565 9.571 16,94
  zuklappenM00-M99 Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes 2.137.402 37.337.087 17,47
          M62 Sonstige Muskelkrankheiten

 

 

 

Diagnosedaten der Krankenhäuser ab 2000 (Eckdaten der vollstationären Patienten und Patientinnen). Gliederungsmerkmale: Jahre, Region, ICD10

Die Tabelle bezieht sich auf:
ICD10: G70 Myasthenia gravis und sonstige neuromuskuläre Krankheiten, Region: Deutschland

Sachverhalt Jahr (Jahre aufsteigend)
2007 2006 2005 2004 2003 2002 2001 2000
Absolute Fallzahl (Behandlungsort der Patienten/-innen) Info
    insgesamt 3.417 3.181 3.132 3.082 3.099 3.105 3.060 2.916
    männlich 1.626 1.521 1.557 1.466 1.484 1.435 1.394 1.287
    weiblich 1.791 1.659 1.575 1.616 1.615 1.670 1.666 1.629
Kurzlieger (1 bis 3 Tage) 610 600 565 578 550 583 609 546
Stundenfälle 73 56 64 126 120 150 131 123
Sterbefälle 44 57 48 42 43 37 36 30
Operationen im Zusammenhang mit der Hauptdiagnose 231 211 203 681 . . . .
Durchschnittliche Verweildauer (in Tagen) 12,0 12,5 12,6 12,5 12,9 13,2 13,5 14,3
Die folgenden Fallzahlen wurden ohne Patienten/-innen mit ausländischem/unbekanntem Wohnsitz, Alter, Geschlecht ermittelt.
Absolute Fallzahl (Wohnsitz der Patienten/-innen) Info
    insgesamt 3.407 3.168 3.108 3.064 3.082 3.084 3.052 2.898
    männlich 1.622 1.516 1.549 1.462 1.480 1.423 1.391 1.280
    weiblich 1.785 1.652 1.559 1.602 1.602 1.661 1.661 1.618
Altersspezifische Fallzahl je 100.000 Einwohner Info
    unter 15 Jahren 1 1 1 2 1 1 1 1
    15 bis unter 45 Jahre 2 2 2 2 2 2 2 2
    45 bis unter 65 Jahre 4 3 3 4 4 4 4 4
    65 Jahre und älter 11 10 10 9 9 9 9 9
Altersstandardisierte Fallzahl je 100.000 Einwohner Info
    insgesamt 4 4 3 3 4 4 4 3
    männlich 3 3 3 3 3 3 3 3
    weiblich 4 4 4 4 4 4 4 4

Die Tabelle wurde am 10.10.2009 22:12 Uhr unter www.gbe-bund.de erstellt.
(Siehe auch mehr Informationen zu: DatenquelleAnmerkung(en) sowie Links auf andere Fundstellen.)

 

 

 


 

 

"In der EU gibt es 100 Millionen Menschen mit der Muttersprache Deutsch. Deutsch ist in dem Staaten-Bündnis nach Englisch, aber vor Französisch, die am zweithäufigsten verwendete Fremdsprache. Die Nutzung der deutschen Sprache auf EU- Ebene ist ständiger Streitpunkt. Bundesregierung und Bundestag müssen immer wieder Übersetzungen oder das Dolmetschen in deutscher Sprache anmahnen."
Quelle: Ärztezeitung 22.03.2010.

 


 

500000 nosokomiale Infekte pro Jahr

500.000 Menschen fangen sich in deutschen Krankenbhäusern (durch gute Hygiene vermeidbare) Infektionen ein. Infekte pro Jahr in Deutschland. "Meist sind Krankheitserreger im Spiel, denen Antibiotika nichts mehr anhaben können."

Quelle: Ärztezeitung 19.04.2010

 


 

(1) Behandlungsfehler

273 Mal im Jahr 2009 wurde die Schlichtungskammer der Landesärztekammer Sachsen-Anhalt wegen angeblicher oder tatsächlicher Behandlungsfehler angerufen.

Das sind 44 Anträge als im Vorjahr.

2009 habe es lediglich in 50 Fällen einen begründeten Antrag gegeben.
"Das spricht für eine ausgesprochen hohe 'Qualität der medizinischen Behandlung in unserem Bundesland", sagt der Präsident der LÄK Sachsen-Anhalt.

Quelle: Ärztezeitung 19.04.2010

Evi: Ich denke, da wären noch andere Interpretationen möglich, siehe "(2) Behandlungsfehler".

 


 

(2) Behandlungsfehler

"In Deutschlands Kliniken kommen mehr Menschen um, als auf Deutschlands Straßen".Die Ärzte müssten ihre "Politik des Schweigens" beenden und offen über Fehler sprechen, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie 2005 auf einem Chirurgenkongress.

Quelle; Ärzte Zeitung 20.04.2010